Die Ausgangslage
Das untere Rheintal mit seinen 150.000 Einwohnern ist eines der am dichtesten besiedeltsten Gebiete der Region. Allerdings gibt es kein eigentliches Zentrum, sondern eine Vielzahl mittelgroßer Gemeinden und Städte zwischen denen reger Austausch herrscht. Das führt zu einem hohen Verkehrsaufkommen, das zusehends zur Belastung wird. Und in Zukunft wird die Bevölkerungsdichte noch weiter zunehmen. Dem zunehmenden Mobilitätsbefürfnis der Bevölkerung muss Rechnung getragen werden.
Straßenbau keine Lösung!
Mehr Straßen führen nur zu noch mehr Verkehr, denn kurzfristige Entlastungen öffnen dem Durchzugsverkehr Tür und Tor. Immer breitere Straßen zerstören das Ortsbild, zerschneiden den Grünraum zwischen den einzelnen Gemeinden zusehends und sind eine gewaltige Belastung für alle Anrainer.
Der Öffentliche Personennahverkehr momentan
Der Landbus Unterland ist derzeit das öffentliche Verkehrsmittel Nummer eins. Dazu kommen noch die Stadbusse in Dornbirn und Bregenz, sowie die ÖBB Zuglinien und auf Schweizer Seite der Rheintalbus. Allerdings sind österreichische und schweizer Buslinien kaum bis gar nicht auf einander abgestimmt.
Der Landbus Unterland mit seinem Streckennetz von 580 km und 43 Bussen beförderte im Jahr 2005 rund 27.000 Fahrgäste täglich, im Vergleich zu 15.000 Beförderungen im Jahr 2000. Das Angebot wird stetig ausgebaut und mittlerweile existiert zwischen Lustenau und Dornbirn ein 15-Minuten Takt. Doch die Busse stossen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Besonders zu den Stoßzeiten sind viele Linien hoffnungslos überfüllt, verspäten sich aufgrund von Staus und nicht vorhandener Busspuren.
Die Lösung? Eine Straßenbahn!
Eine moderne Straßenbahn hat die doppelte Transportkapazität verglichen mit einem Gelenksbus (die im unteren Rheintal nicht einmal eingesetzt werden!). Die Taktfrequenz kann stark erhöht werden. Moderne Niederstflurbahnen (”Ultra Low Floor”) haben einen einstig der nur 180 mm (!) über der Schienenoberkante liegt. Das kommt allen Personen mit Kinderwägen und vor allem auch Rollstuhlfahrern zu Gute. Weiters ist das Platzangebot und der Fahrkomfort unweigerlich besser als in einem Bus. So ist es auch problemlos möglich Fahrräder mit einer Straßenbahn zu transportieren, was in einem Bus nur schwer bis gar nicht zu bewerkstelligen ist. Die Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit einer Straßenbahn ist weit höher, die laufenden Betriebskosten dagegen sogar niederer als bei Bussystemen.